Wir bleiben am Ostufer. Weiden, Podersdorf, dann nach Süden, bevor Illmitz zur Kulisse wird. Der See ist seicht und groß, das Licht hart. Im August flimmert die Fahrbahn. Im März riecht es nach Wasser und Mist.
Geschwindigkeit hier ist eine Haltlosigkeit. Die Straße erlaubt sie, die Böen nicht. Seitenscheibe einen Spalt: dann hört man das Schilf, das wie Blech klingt, wenn der Ostwind kommt.
Traktoren besitzen die Straße. Radfahrer auch. Wer aus den Tauern kommt und hier noch den dritten Gang der Passstraße sucht, fährt falsch.
Grenze ohne Theater
Man kann nach Ungarn rüber, man muss nicht. Der Reiz liegt nicht im Stempel, sondern darin, dass die Landschaft sich kaum ändert, nur die Schilder. Wer die Grenze zur Pointe macht, hat den See nicht gesehen.
Zurück
Nach Wien vor der Dämmerung. Die A4 ist dann ein Rückfall in den Lärm, den man drei Stunden vergessen hatte. Das gehört dazu. Ohne diesen Kontrast wäre das Flache nur flach.
Was man packt
Sonnenbrille, auch im April. Windjacke. Wasser. Keine Erwartung an Gipfel. Wer Alpenkitsch sucht, soll den Glockner fahren, nicht hierherkommen und enttäuscht sein, dass der Horizont eine Linie ist.
Im Buch steht diese Strecke, damit das Fahrtenbuch nicht nur aus Kehren besteht. Österreich hat mehr als eine Geometrie.