Man fährt raus, als ginge man nur bis Krems, und bleibt bis Dürnstein im zweiten Gang. Die B3 am Nordufer ist die bekannte Linie: Schiffe links, Terrassen rechts, und immer wieder die Bahn, die sich das Ufer nicht abhandeln lässt.
Vor den Schranken halten wir, ohne die Szene zu fotografieren. Warten gehört zur Strecke. Es ist ehrlicher als jeder Heurigenprospekt.
Südufer, die B33, ist enger, oft ruhiger, im Sommer voller Radfahrer. Abstand. Hupen ist hier ein Armutszeugnis. Wer das Ufer wechseln will, nimmt die Brücken als Satzzeichen, nicht als Abkürzung im Kopf.
Stein statt Souvenir
Spitz im März: kahl, windig, die Weingärten wie Zeichnungen. Spitz im August: Staub, Parkplatzsuche. Wir bevorzugen den März, auch wenn der Heuriger zu hat. Eine Thermoskanne reicht.
Melk ist ein Stift, kein Parkhaus. Wer nur die Fassade will, bleibt auf der Westautobahn und hat nichts verpasst, das zur Strecke gehört.
Tempo
Die Wachau verleitet zu einer gemütlichen Geschwindigkeit, die andere als Zögern lesen. Bleiben Sie trotzdem. Ortsdurchfahrten sind eng. Traktoren haben Vorrecht aus Erfahrung, nicht aus Gesetz allein.
Im Nebel im November gilt Abblendlicht und Demut. Die Donau liegt dann da wie eine Fläche ohne Kante.
Zurück nach Wien
Nicht über die letzte Weinverkostung entscheiden, wer fährt. Wer fährt, trinkt Wasser. Die S33 und die A1 nehmen den Rest des Tages zurück. Das ist kein Abstieg. Das ist der Rahmen, in dem die Uferstraße überhaupt Platz hat.
Ein Eintrag im Buch nach der Wachau ist oft kürzer als nach einem Pass. Das bedeutet nicht weniger. Es bedeutet, dass die Strecke aus Warten, Laub und Schranken besteht — und das genügt.