Blatt 04 · Montafon / Paznaun

Zweiundzwanzig Kilometer Wind.

Die Silvretta ist keine Tagesreise. Sie ist ein Einschub. Wer sie zur Hauptnummer macht, hat die Anfahrt nicht mitgezählt.

Länge22,3 km
Bielerhöhe2 032 m
Mautja
ÖffnungJuni–Oktober
Serpentinen aus der Luft
Serpentine · Pexels

Von Partenen zahlt man, klettert, steht an der Staumauer und fährt nach Galtür — oder dreht um. Der Reiz liegt in der Kürze. Man hat keine Zeit, sich an die Höhe zu gewöhnen.

Der Silvretta-Stausee liegt da wie ein Werkzeug: Beton, Wasser, Berg. Kein See zum Schwimmen. Ein See zum Hinsehen und Weiterfahren. Souvenirstände gehören dazu wie der Wind. Man muss sie nicht benutzen.

Motorräder lieben diese Straße, weil sie wenig Geraden hat. Autofahrer sollten das nicht persönlich nehmen. Abstand halten ist hier keine Freundlichkeit, sondern Physik.

Bergsee
Stausee, Stimmung · Pexels

Wann es sich lohnt

Wochentags, nach einem Regentag, Asphalt noch dunkel. Die Bielerhöhe im Juli um fünfzehn Uhr ist ein Parkplatz. Dieselbe Stelle um acht Uhr morgens ist eine Kante aus Stein und Kälte.

Im Oktober kann Schnee liegen, während in Wien noch Hemdsärmel gelten. Die Öffnung ist ein Datum, kein Gefühl.

Anfahrt aus Wien

Lang. Deshalb kombinieren wir die Silvretta nicht mit einem zweiten Pass am selben Tag. Übernachtung im Montafon oder Paznaun, dann die Straße, dann Schluss. Wer zurück nach Wien will, hat den Tag schon verbraucht.

Vignette für die Autobahn extra. Diese Maut extra. Zwei Kassen, ein Wind.

Was die Straße nicht verzeiht

Nasse Markierungen in den Kehren. Zu viel Tempo in den letzten Metern vor der Höhe, wo der Blick frei wird und der Fuß schwerer. Fotohalte in der Fahrlinie. Das Horn als Argument.

Wir bleiben, bis der Satz im Buch kürzer wird. Beim ersten Mal ist die Silvretta spektakulär. Beim dritten Mal ist sie eine genaue Arbeit.

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